Kostenlose, werbefinanzierte Streaming-Fernsehsender (FAST) haben schon immer etwas anderes geboten als andere Streaming-Angebote, doch dieser Unterschied war noch nie so ausgeprägt – oder neu – wie heute. Im krassen Gegensatz zu ihren Anfängen, die von kuratierten Videos aus dem Internet und dem klassischen Fernsehen geprägt waren, bieten die heutigen FAST-Sender mehr neue als alte Inhalte.
Im Juli 2026 stammten 51,7 % der Sendungen auf den weltweiten FAST-Kanälen aus den letzten sechs Jahren.
Der Anteil neuerer Inhalte war in den letzten Jahren bei FAST-Kanälen höher als bei herkömmlichen SVOD-Diensten, doch die Entwicklung dessen, was Zuschauer an FAST-Kanälen reizt, verschiebt das Gleichgewicht noch weiter. Wichtige Wachstumskategorien wie Nachrichten und Sport treiben diesen Wandel maßgeblich voran, da Sendungen in diesen Genres in der Regel keine lange Haltbarkeit haben.
Auf Kanalebene nehmen Sport und Nachrichten mittlerweile den zweiten und dritten Platz unter den weltweit führenden FAST-Kanälen ein, wobei die Anzahl der Kanäle im Vergleich zum Vorjahr um 13,8 % bzw. 52,9 % gestiegen ist. Und diese Zuwächse ziehen die Zuschauer an. So berichtete beispielsweise Adweek kürzlich, dass „CNN Headlines“, der FAST-Kanal des Senders, seine Zuschauerzahlen seit Januar 2026 fast verdoppelt hat.

Auf Programmebene stehen den FAST-Zuschauern 26,6 % mehr Nachrichtensendungen und 37,5 % mehr Sportsendungen zur Auswahl als noch vor einem Jahr. Und viele dieser Sportsendungen übertragen Wettkämpfe live. Im Juli 2026 entfielen knapp 31 % der Sportinhalte auf den FAST-Kanälen auf neue Sendungen und Live-Wettkämpfe.

Zwar hat der Zustrom von Nachrichten-, Unterhaltungs- und Sportprogrammen einen überproportionalen Einfluss auf die Gesamtneuwertigkeit der Inhalte auf den FAST-Kanälen, doch sind dies nicht die einzigen Genres, die diesen Wandel vorantreiben. Auch der Anteil neuer Inhalte in anderen beliebten Genres, darunter Comedy, Dokumentationen und Dramen, steigt.

Ungeachtet des Wachstums bestimmter Genres und Kategorien bei einzelnen Sendern und Programmen gewinnen FAST-Sender weiterhin Zuschauer hinzu. Die jüngste Streaming-Nutzerumfrage von „ Gracenote“ ergab, dass 86 % der Streaming-Nutzer FAST-Sender schauen, wobei 22 % angaben, ihre Zeit gleichmäßig zwischen FAST-Sendern und SVOD-Diensten aufzuteilen. Und die Zuschauerzahlen sowohl bei etablierten als auch bei neueren FAST-Diensten steigen weiter an.

Trotz der steigenden Zahl an Kanälen, Programmen und Zuschauern hat FAST sein volles Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Der globale FAST-Markt, der naturgemäß werbefinanziert ist, wird laut Grand View Research voraussichtlich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 16,9 % wachsen und bis 2033 ein Volumen von 40,2 Milliarden US-Dollar erreichen. Die Wirksamkeit von FAST-Werbung hängt jedoch zunehmend von Metadaten ab. Das liegt daran, dass 85 % der weltweiten CTV-Werbeausgabenprogrammatisch abgewickelt werden¹, wodurch den Signalen im Bidstream, die Kauf- und Verkaufsentscheidungen in Echtzeit beeinflussen, eine enorme Bedeutung zukommt.
Hier fehlen bei FAST-Programmen oft die Signale, die für aussagekräftige Ergebnisse erforderlich sind. Eine aktuelle Analyse von Programmen, die für FAST-Kanäle in den USA bestimmt sind, ergab beispielsweise erhebliche Lücken bei den Metadaten in Fernseh- und Sportsendungen. Dabei fehlten häufig wichtige Attribute wie das ursprüngliche Ausstrahlungsdatum, das Genre und der Titel der Folge, was Werbemöglichkeiten sowie die Suche und Entdeckung von Inhalten, erweiterte Programmführer (EPGs) und die Kuratierung von Nischeninhalten beeinträchtigte.
Positiv ist dabei, dass die Produzenten ihre Sendungen zur Normalisierung und Anreicherung der Metadaten eingereicht haben, wodurch sich der Anteil der Sendungen, die über diese wichtigen Informationen verfügen, deutlich erhöht hat.

Die Videolandschaft ist zunehmend überfüllt, doch im Vergleich zu den Anfängen des Streamings haben sich werbefinanzierte Modelle durchgesetzt. Vor diesem Hintergrund sind hochwertige Inhalte nicht mehr der einzige Schlüssel zum Erfolg. Inhalte müssen sowohl für das Publikum als auch für die programmatischen Systeme auffindbar sein, die mittlerweile als „Gatekeeper“ für den Großteil der CTV-Werbegeschäfte fungieren.
Weitere Einblicke zum Thema Streaming-Video finden Sie unter Gracenote Data Hub.
Große Sprachmodelle (LLMs) werden bei der Inhaltssuche eine Schlüsselrolle spielen, doch erfolgreiche KI-Strategien lassen sich nicht allein mit größeren Modellen entwickeln.
Ohne eine angemessene Grundlage sind die Antworten von LLM-Modellen zu TV-Episoden in der Regel falsch.
Große Sprachmodelle (LLMs) haben das Potenzial, die wachsende Frustration bei der Suche nach Inhalten zu lindern – allerdings nur, wenn sie gute Ergebnisse liefern.
Füllen Sie das Formular aus, um uns zu kontaktieren!
Ihre Anfrage ist bei uns eingegangen und unser Team freut sich darauf, Ihnen weiterzuhelfen. Wir werden Ihre Anfrage umgehend prüfen und Ihnen so schnell wie möglich antworten.